Vorträge
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Prof. Dr. Franz Ruppert

PROF. DR. FRANZ RUPPERT

Prof. Dr. Franz Ruppert ist Dipl. Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut in München. Seit 2000 ist die Psychotraumatologie der Hauptinhalt seiner Lehr- und Forschungstätigkeit. Mit der Identitätsorientierten Psychotraumatherapie (IoPT) hat Prof. Ruppert eine innovative Methode zur Identitäts- und Traumatherapie entwickelt.

Glück, Stress oder Psychotrauma? - Zeugung, Schwangerschaft, Geburt und erstes Lebensjahr

Der Start ins Leben und die ersten Lebensjahre sind prägend für den Lebensweg eines Menschen. Besonders dann, wenn sich bereits ganz zu Anfang große Hindernisse auftun. So kann ein Kind nicht gewollt sein, weil es das Ergebnis einer Vergewaltigung ist. Oder eine Frau wollte gar nicht so schnell wieder schwanger werden, weil sie bereits einen Säugling zu versorgen hat. Schwangerschaften verlaufen deshalb schwierig, der Geburtsprozess kann in Folge dessen auch sehr dramatisch werden. Auch nach der Geburt bekommt ein Kind oft nicht das, was es für eine gesunde Entwicklung braucht.

Der Vortrag beleuchtet die Entwicklungsstadien eines Menschen vom Zeitpunkt seiner Zeugung an und macht besonders darauf aufmerksam, welche Risiken bestehen, schon früh traumatisiert zu werden.

Vortrag am Vormittag

Prof. Dr. Thilo Hinterberger

Prof. Hinterberger ist Physiker und Neuro- und Bewusstseinswissenschaftler. Er leitet den Forschungsbereich Angewandte Bewusstseinswissenschaften in der Psychosomatischen Medizin am Universitätsklinikum Regensburg, welcher sich interdisziplinär mit Fragen des Bewusstseins beschäftigt. Seine Forschungsinteressen reichen von den Grundlagen des Bewusstseins, der Entwicklung von Gehirn-Computer Schnittstellen, über die Untersuchung außergewöhnlicher Bewusstseinszustände bis hin zu Fragen in Bereichen Therapie, psychosomatischer Medizin und Spiritualität.

Zeit und Bewusstsein

Die Dimension „Zeit“ wird oft als Grundgröße der Physik bezeichnet und wird damit als vom Beobachter unabhängige Größe betrachtet. Diese Sichtweise hat die Physik selbst bereits vor über 100 Jahren revidieren müssen und hat sowohl durch die Relativitätstheorie, als auch mit der Quantentheorie wieder neue Fragen bezüglich des Phänomens Zeit aufgeworfen. Was jedoch häufig vergessen wird, ist der bewusstseinswissenschaftliche Aspekt der Zeit. So erschafft sich unser Geist als mentalen Konstruktionen in Gehirnprozessen die Vorstellung einer Zeitachse und ebenso das Erleben von Zeit. Lässt es ersteres teilweise sein, wie es in der meditativen Praxis geübt werden kann, dann kann uns das Jetzt als „Ort“ der Wirklichkeit in bewusstseinsverändernder Weise zugänglich werden. Der Vortrag wird davon ausgehend einen Bogen von der modernen Physik über die Neuropsychologie bis hin zur Spiritualität spannen.

Vortrag am Abend

Vivian Dittmar

Vivian Dittmar hat sich mit ihrem Buch „Gefühle & Emotionen - eine Gebrauchsanweisung“ einen Namen gemacht. Über viele Jahre hinweg erarbeitete sie sich eine erfrischende und vor allem pragmatische Herangehensweise an das gefürchtete und geliebte Thema der Emotionen.

Gefühle? Wozu?

Dienstaggabend steigen wir alle gemeinsam in die Welt der Gefühle ein. Obwohl sie jede*r von uns kennt, gibt es kaum ein Thema zu dem so viel Unklarheit existiert. Was sind denn eigentlich Gefühle? Wo kommen sie her? Wofür sind sie gut? Warum lieben und verteufeln wir sie oftmals gleichermaßen? Da sie in dieser Themenwoche implizit und explizit immer wieder eine Rolle spielen werden, sind wir froh, an diesem Abend Vivian Dittmar an unserer Seite zu wissen, die uns helfen kann Licht ins Dunkel zu bringen.  Wir werden lernen, dass Gefühle durchaus besser sind als ihr Ruf, dass selbst „schlechte“ Gefühle wichtig und nützlich sein können und dass es gar nicht so schwierig ist, dieses Thema zu entmystifizieren, ohne dass Gefühle dabei ihren Zauber verlieren müssen. Der Vortrag wird in einem interaktiven Format stattfinden, so können wir selbst und gemeinsam forschen, was es eigentlich so alles bedeuten kann zu fühlen.

Dr. Victor Chu

Seit über 40 Jahren psychotherapeutisch tätig, habe ich mich intensiv mit Psychoanalyse, Gestalttherapie und Familienstellen beschäftigt. Ich habe meine Gedanken über wichtige psychologische Themen in bislang zehn Büchern niedergelegt. Neben meiner therapeutischen Tätigkeit gebe ich seit 30 Jahren Tai Chi-Unterricht, den ich als Ergänzung und als Ausgleich zur Kopfarbeit ansehe.

Vaterliebe

Der Vater ist nach der Mutter nur die zweitwichtigste Bindungsperson des Kindes. Warum ist das so? Warum ist uns Vaterliebe nicht so selbstverständlich wie Mutterliebe? Warum haben wir oftmals eher ein Gefühl von Ferne als von Nähe, wenn wir an den Vater denken? Vater zu sein haben viele Männer nicht am Vorbild ihrer eigenen Väter lernen können, weil diese fehlten oder geistig abwesend waren. Dabei kann es eine der wichtigsten Erfahrungen in der Entwicklung eines Mannes darstellen. Victor Chu berichtet über Fallstricke, Chancen, Hoffnungen und Illusionen für Männer mit Kindern und gibt Tipps, wie sich ein positives Vatersein mit Entschlossenheit, Geduld und Durchhaltevermögen verwirklichen lässt.

Lesung am Abend

Dorothea Mihm

Buchautorin: “Mit dem Sterben leben” , „Die sieben Geheimnisse guten Sterbens“,
„Anleitung zum guten Sterben“
Gruppenangebote zum Thema Sterben, Tod und Trauer.
Dozentin für Tageskurse in verschiedenen Krankenpflegeschulen und Krankenhäusern zum Thema “Sterben im Krankenhaus & Angehörigenbetreuung”.
Kursleiterin für basale Stimulation in der Pflege und in der Sterbebegleitung

Die sieben Geheimnisse guten Sterbens

Wenn wir einen Menschen durch sein Sterben, seinen Tod und auch nach seinem Tod  begleiten möchten, benötigen wir ein Wissen darüber, wie Sterben geschieht und was wir tun können. Das, was wir Sterben nennen, bedeutet eine Trennung von Körper und Geist. Der Körper verwest, der Geist bleibt. Von daher ist es Voraussetzung für den Begleiter zu wissen, wer oder was der Geist ist, wo er sich befindet, wie er beschaffen ist und wie er funktioniert um eine adäquate spirituelle Begleitung an zu bieten.

Dr. Marie-Louise Mederer

Geisteswissenschaftlerin, MA, PhD (University of Essex, Department of Psychosocial and Psychoanalytic Studies).
Gibt Workshops und Vorträge über Literatur, Tiefenpsychologie und soziale Permakultur.

Elementare Muster und Zyklen –Verflechtungen zwischen Mensch und Natur sehen und nutzen lernen

Jedes Denk- oder Verhaltensmuster hat zu einem bestimmten Zeitpunkt und unter bestimmten Bedingungen Sinn gemacht. Die Frage ist, ob es das nach wie vor in seiner Wiederholung tut? Der Mensch findet sich heute als Teil eines Systems wieder, das von der einseitigen Vorstellung geprägt ist, dass wir lineare Muster, wie pausenlosen Konsum, ewige Jugend und beständiges Wachstum dauerhaft aufrechterhalten können. Dadurch entfernen wir uns vom zyklischen Rhythmus des Werdens und Vergehens und leben somit immer weniger im Einklang mit der Vielfalt und den dynamischen Prozessen, die alles lebendige Sein prägen. Erstarrte, unflexible Muster bedeuten im Gegensatz dazu Krankheit und letztendlich Tod.

Das 8-Schilde Modell von Jon Young stellt hier ein erfrischend anderes Muster dar, das sich am Zyklischen der Natur orientiert, um uns wieder stärker mit unseren eigenen Rhythmen und denen der Natur zu verbinden. Indem wir uns der Sprache der Natur und ihrer Qualitäten bewusster werden, können wir anfangen wieder mehr Bewegung und Lebendigkeit in festgefahrene Gewohnheiten zu bringen. Durch die Besinnung auf natürliche Kreisläufe und strukturelle Muster, die sich überall um uns herum sowie in uns finden lassen, können wir uns wieder verstärkt als Teil des Ökosystems erleben, in das wir letztendlich untrennbar verwoben sind.

Frank Rihm

Dipl.-Musiktherapeut, TaKeTiNa®-Rhythmustherapeut (Trainer TaKeTiNa®-Rhythmustherapie-Ausbildung), Gestalttherapeut, Somatic Experiencing (Traumatherapie). Seit 1996 in den Heiligenfeld Kliniken tätig und hat dort die Gesamtleitung der Kreativtherapie inne.

TaKeTiNa® - Vortrag

Beim Wort „Rhythmus“ denken die meisten Menschen wohl an die Rhythmen aus Pop- und Rockmusik, an mitwippende Füße oder an im Takt schnipsende Finger, mitreißende Sambarhythmen oder den Sound mächtiger Buschtrommeln; kurzum: an musikalischen Rhythmus. Rhythmus ist jedoch zuallererst ein Naturphänomen, was weit über Musik hinausgeht. „Bevor der Mensch Rhythmus macht, macht Rhythmus den Menschen“, könnte man sagen. Wir sind ständig umgeben von rhythmischen Urbewegungen. Und auch wenn wir in uns hineinblicken finden wir sie. All diese rhythmischen Phänomene prägen und formen uns in gewisser Weise – ja, ohne sie gäbe es uns überhaupt nicht.
In den unterschiedlichsten Kulturen wurde rhythmische Musik in Ritualen, religiösen Zeremonien und bei gesellschaftlichen Anlässen immer wieder wegen ihrer direkten und unmittelbaren Wirkung eingesetzt. Intuitiv und durch ständiges Ausprobieren haben Menschen herausgefunden, wie sie diese Kräfte nutzen können. Insbesondere in der Kombination mit Körperbewegungen können die dem Rhythmus innewohnenden Kräfte und ihre Wirkung auf das menschliche Nervensystem und Bewusstsein von jedem gespürt und erlebt werden. Dabei wird deutlich, wie Rhythmus menschliche Veränderungsprozesse initiieren, begleiten, austragen und abrunden kann.
Dieser Vortrag zeigt, wie eine direkte Verbindungslinie verläuft von den archetypischen Rhythmusphänomenen zu einer modernen und zeitgemäßen therapeutischen Arbeit, in der mit und durch Rhythmus spielerisch Reifungs-, Wachstums- und Heilungsprozesse lebendig werden.

Gruppenritual

TaKeTiNa® ist eine tiefgreifende Körperarbeit und zugleich ein lustvoller, musikalischer Gruppenprozess, in dem uns Rhythmus als ein elementares Strukturprinzip des Lebens immer wieder neu spürbar wird. Mit unserem Körper als Instrument (Gehen, Klatschen, Singen) begegnen wir im Kreis mit anderen Menschen dem uns innewohnenden rhythmischen Urwissen und begeben uns zugleich in ein kreatives Spannungsfeld zwischen Ordnung und Chaos. Einerseits kann uns dabei das Festhalten an gewohnten Mustern bewusst werden und wir erleben, dass es immer schwerer fällt, daran festzuhalten. Andererseits entdecken wir in uns zunehmend einen ruhenden Pol, der mit dem ständigen Wandel im außen gelassen umgehen kann. Wir sind mitten in der Bewegung und spüren zugleich tief in uns eine lebendige Stille. Im Rhythmus von der Gruppe getragen, können wir dadurch Polaritäten wie Innen und Außen, Lust und Unlust, Kontrakt und Rückzug, Freude und Trauer, Freiheit und Geborgenheit, Spannung und Lösung, Beständigkeit und Wandlung, Raum und Zeit fortschreitend wahrnehmen und integrieren.

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